Gestatten: Das Sams!

Das Sams

Das Sams ist ein respektloses, witziges, vorlautes, kindliches Wesen mit roten Haaren, Rüsselnase und blauen Punkten im Gesicht. Es trifft an einem Samstag Herrn Taschenbier und erklärt ihn kurzerhand zu seinem Papa.

Dass es sich ausgerechnet den schüchternen Herrn Taschenbier aussucht, hängt damit zusammen, dass Herr Taschenbier eine seltsame Woche hinter sich hat: Am Sonntag schien die Sonne, am Montag kam sein Freund Mon zu Besuch, am Dienstag hatte er Dienst, am Mittwoch war wie immer Mitte der Woche, am Donnerstag kam ein Gewitter und es donnerte den ganzen Donnerstag. Als Herr Taschenbier dann am Freitag überraschend frei bekam, ahnte er schon, dass am Samstag etwas Besonderes auf ihn zukommen würde. Und da er logisch denken kann, wusste er sofort, dass es sich bei dem merkwürdigen kleinen Wesen, das er auf dem Marktplatz entdeckte, nur um ein Sams handeln konnte.

Als Herr Taschenbier entdeckt, dass er mit Hilfe der blauen Punkte im Gesicht des Sams alle seine Wünsche erfüllen kann, verändert sich sein Leben …

Sams ist komisch, Sams ist witzig,
Sams ist manchmal wasserspritzig,
Sams ist überaus verfressen,
Sams kann hundert Würstchen essen.
Sams ist schrecklich eifersüchtig,
Sams macht manchmal fahruntüchtig,
Sams bringt manchen Chef zum Brüllen –
und vor allem,
das ist wichtig:
Es kann alle Wünsche erfüllen!

Herr Taschenbier

Herr-Taschenbier

Bruno Taschenbier ist ein sehr, sehr netter Mensch. Er ist sogar so nett, dass er und seine Familie manchmal ganz schön große Probleme deswegen bekommen. Das war zum Beispiel so, als der fast vergessene Onkel Alwin aus Australien der Familie Taschenbier einen überraschenden Besuch abstattete. Damals hat die nette Art von Herrn Taschenbier für eine ganze Menge weniger netten Wirbel im Heim der Taschenbiers gesorgt – aber der Reihe nach:

Bis zu dem Tag, an dem ihm das Sams begegnete und er auf so ungewöhnliche Art zum „Papa“ wurde, hatte Herr Taschenbier ein sehr ruhiges, man könnte fast sagen eintöniges Leben geführt. Er wohnte in einem kleinen Zimmer zur Untermiete und nicht nur seine Vermieterin, Frau Rotkohl, setzte ihm damals mit ihren täglichen Schimpftiraden sehr zu, auch sein Chef, Herr Oberstein, benahm sich Herrn Taschenbier gegenüber nicht immer höflich. Aber Herr Taschenbier konnte einfach nicht anders: Er war und blieb zu jedem lieb und freundlich und wagte es einfach nicht, sich zu wehren. So lebte er viele Jahre recht allein in seinem kleinen Zimmer.

Aber als das Sams zu ihm kam, wurde alles anders! Dieses eigentümliche und ausgesprochen freche Wesen brachte zunächst jede Menge Schwierigkeiten in Herrn Taschenbiers Leben. Denn ein Sams – die meisten wissen es – kann man weder erziehen noch verstecken. Und so war auch Frau Rotkohl, gelinde gesagt, nicht gerade begeistert als der neue Untermieter auftauchte. Doch nachdem der erste Schreck überwunden war, schloss zumindest Herr Taschenbier das Sams sehr ins Herz, und die vielen „unmöglichen“ und verrückten Situationen, in die er nun durch das Sams geriet, schienen ihm richtig gut zu tun: Herr Taschenbier wurde allmählich mutiger!

Im letzten Sams-Band „Sams im Glück“ ist Herr Taschenbier inzwischen 64 Jahre alt, glücklich mit Mara Taschenbier verheiratet und die beiden haben einen Sohn, Martin Taschenbier, der auch schon erwachsen ist und wiederum eine Tochter, Betty Taschenbier, hat.

Frau Taschenbier

Frau Taschenbier

Bevor Frau Taschenbier Herrn Taschenbier geheiratet hat, hieß sie Margarete März. Das Sams gab ihr damals ein wenig hämisch den Spitznamen „Margarine“. Anfangs war das Sams nämlich sehr eifersüchtig auf die spätere Frau Taschenbier und es war gar nicht damit einverstanden, dass Herr Taschenbier mit der „Fahrstuhlfrau“ überhaupt nur sprach. „Fahrstuhlfrau“ nannte es sie, weil Herr Taschenbier Frau Taschenbier im Fahrstuhl seiner Firma kennengelernt hatte.

Frau Taschenbier hat nämlich, wie Herr Taschenbier, in der Firma von Herrn Oberstein gearbeitet. Sie war dort „Stoffdesignerin“, dachte sich also Muster und Farben für Stoffe aus. Später richtete sie sich zu Hause ein besonderes Zimmer ein, in dem sie mit Pinsel, Farbe und Stoffen manchmal immer noch neue Designs erfindet.

Schließlich, das ist bekannt, gab es doch noch ein Happy End für Herrn und Frau Taschenbier, und auch das Sams sah schweren Herzens ein, dass es so für alle das Beste war. Es verließ seinen „Papa“, der ja nun Frau Taschenbier hatte, für lange, lange Zeit.

Erst Jahre später, als das Sams den inzwischen geborenen Sohn der Taschenbiers Martin besuchte, wurde es wieder richtig samsig bei den Taschenbiers. Und auch dem Sams wurde jetzt klar, wie schön es war, dass es nun eine ganze Familie Taschenbier gab, aus der natürlich auch die „Mama“ Taschenbier auf keinen Fall mehr wegzudenken war.

Martin Taschenbier

Martin Taschenbier

Martin ist der Sohn von Bruno und Margarete Taschenbier. Inzwischen ist er erwachsen und hat eine eigene kleine Familie. Aber früher, als er noch zur Schule ging, hatte er es nicht immer leicht. Denn abgesehen von seinem besten Freund Roland schienen die wenigsten Mitschüler überhaupt Notiz von ihm zu nehmen. Er war einfach viel zu unauffällig, leise und zurückhaltend, wenn nicht sogar schüchtern, wie das Sams es ausdrücken würde.

Wer Martins Vater, Herrn Taschenbier, kennt, weiß genau, von wem Martin seine Schüchternheit geerbt hat. Und obwohl Frau Taschenbier Martin immer wieder versicherte, dass ihr schüchterne Menschen viel lieber seien als die lauten, mutigen Draufgänger, wünschte Martin sich immer verzweifelter, endlich auch ein lauter, mutiger Draufgänger zu sein. Einer, der respektiert wurde und der die anderen beeindruckte.

Wer konnte da bloß helfen? Völlig klar: das Sams! So kam es, dass Martin während einer Klassenfahrt nichts ahnend ein paar Tropfen gegen Halsschmerzen einnahm und statt eines kratzfreien Halses ein Sams bekam!

Auch wenn das Sams sich zuerst im Schullandheim ganz schön langweilen musste, kamen die beiden dann doch auf eine ganze Menge verrückter Ideen. Was schließlich nicht nur den ziemlich hinterhältigen Lehrer Herrn Daume misstrauisch machte, sondern auch dazu führte, dass Martin sich endlich traute, mit Tina aus der Parallelklasse zu sprechen. So ein Glück! Die beiden wurden ein Paar und heirateten später sogar. Inzwischen leben sie mit ihrer kleinen Tochter Betty in Australien.

Betty Taschenbier

Betty Taschenbier

Die süße Betty ist das jüngste Familienmitglied der Taschenbiers. Sie ist die Tochter des inzwischen erwachsenen Martin Taschenbier und seiner Frau Tina.

Bruno und Mara Taschenbier lieben ihre Enkelin natürlich über alles. Es gibt da nur ein Problem: Sie wohnt in Australien, wo ihre Eltern Schafe züchten, aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.

Wenn Betty ihre Großeltern besucht, ist sie natürlich immer ganz besonders fasziniert vom Sams. Das Sams sieht ja nicht nur lustig aus – was mindestens eineinhalbmal besser ist, als traurig auszusehen -, es benimmt sich auch meistens sehr komisch, und daran hat Betty natürlich jede Menge Freude. Wenn das Sams allerdings, natürlich völlig versehentlich, irrtümlich und unabsichtlich, den Kuchen ganz alleine aufzuessen droht, hört der Spaß auch für Betty auf. Da muss sie das Sams schon mal ermahnen.

Als Betty im siebten Sams-Band, „Sams im Glück“, ihre Großeltern besucht und Herrn Taschenbier dabei hilft, eine ganz besondere Maschine zu bauen – landet sie schon bald darauf zusammen mit ihren Großeltern, dem Sams und einem Schaf auf dem Dachboden der Mons. Die liebenswerte Betty, die für jeden immer ein nettes Wort zu sagen weiß, ahnt natürlich ebenso wenig wie der Rest der Familie, dass etwas sehr Ungewöhnliches geschieht, wenn man mit einem Sams länger als fünfzehn Jahre, fünfzehn Tage und fünfzehn Stunden unter einem Dach wohnt. Und schließlich, eines Nachts, klettert sie zusammen mit den Taschenbiers, dem Sams und einem denkwürdigen Besucher auf das Dach …

Herr Mon

Herr Mon

Anton Mon ist der älteste und genau genommen auch der einzige Freund von Herrn Taschenbier. Aber auch wenn Herr Taschenbier nicht sehr viele Menschen um sich hat, so hat er in Herrn Mon doch einen echten Freund an seiner Seite.

Herr Mon ist immer zur Stelle, wenn seine Hilfe oder sein Rat gebraucht werden. Herr Mon und Herr Taschenbier kennen sich seit ihrer Schulzeit und haben schon so manch unglaubliche Geschichte miteinander erlebt. Vor allem natürlich seit das Sams zu Herrn Taschenbier kam. Auch Herr Mon konnte die wundersame Wirkung der Wunschpunkte schon einmal selbst ausprobieren.

Auf seine Art ist Herr Mon, ähnlich wie Herr Taschenbier, ein sehr gutmütiger Mensch. Er steht nicht nur den Taschenbiers hilfsbereit zur Seite, sondern hat auch ein riesengroßes Herz für Tiere. Redensarten, in denen Tiere beleidigt werden, mag Herr Mon übrigens gar nicht. Dass man ihn damit fuchsteufelsw… oder besser: richtig auf die Palme bringen kann, musste auch Herr Taschenbier schon erleben. Diese kleine Eigenart gehört, wie manch andere, einfach zu ihm. Da wären außerdem sein Heimtier-Zoo und natürlich auch seine lustige Sprechweise, die ihn unverwechselbar machen.

Ist Herr Mon also ein ganz besonderer und manchmal richtig ulkiger Mensch? Ja, das ist er!

Frau Mon

Frau Mon

Annemarie Mon ist die frühere Vermieterin von Herrn Taschenbier. Damals war ihr Name noch Frau Rotkohl. Frau Rotkohl war damals, ganz im Gegensatz zu Herrn Taschenbier, gar nicht nett. Sie fand immer einen Grund, sich über ihren Untermieter, Herrn Taschenbier, zu beklagen und schimpfte wegen jeder Kleinigkeit. Noch schlimmer wurde es, als Herr Taschenbier einen neuen Unter-Untermieter mitbrachte – ihr wisst schon wen: das Sams! Frau Rotkohl schimpfte und klagte noch mehr als je zuvor. Am liebsten hätte sie Herrn Taschenbier das Zimmer gekündigt.

Dabei geschahen auch ihr zwar merkwürdige, aber manchmal auch gar nicht so üble Dinge, nachdem das Sams bei Herrn Taschenbier eingezogen war. Einmal saß sie auf einem Schrank fest, von dem sie allein nicht mehr herunter kam. Gut, das war zugegebenermaßen übel, aber ein anderes Mal – und das war das größte Glück ihres Lebens – traf sie sich mit Herrn Mon, den sie später heiraten würde, auf einem riesigen Küchentisch zum Picknick.

Nach der Heirat mit Herrn Mon, einem guten Freund von Herrn Taschenbier, änderte sich nicht nur ihr Name, sondern auch sonst fast alles: Ab sofort teilte Frau Mon ihr Haus nicht nur mit Herrn Mon, sondern auch mit seinen vielen kleinen und größeren Tieren, denn Herr Mon ist ausgesprochen tierlieb. Die Mons zogen in ein Haus gleich neben dem der Taschenbiers ein und wurden zu guten Freunden der Familie. Frau Mon begann zwar zunehmend ulkig zu sprechen, schimpfte aber wesentlich seltener als früher.